Unternehmenskommunikation - Implementierung eines Firmenstils - Corporate Language

Eine Anwaltskanzlei besteht aus einem Team von verschiedenen Anwälten. Jeder mit seinem eigenen Stil. Eine Kanzlei wird jedoch vom Mandanten als eine Einheit gesehen. Daher ist sie im Grunde eine Marke, die gepflegt werden will. Um potenzielle Mandanten national oder international zu gewinnen, benötigen Rechtskanzleien überzeugende und präzise Texte. Verträge müssen in sich stimmig und die Terminologie einheitlich sein. Das gleich gilt für Rechtsabteilungen in großen Firmen.  Denn, wenn eine Firma in verschiedenen Stilen, Stimmlagen und mit unterschiedlichen Grammatikregeln schreibt oder sich mit paste & copy begnügt, wird diese Firma oft als unorganisiert und manchmal sogar als unprofessionell angesehen.

 

Bei Verhandlungen, Schriftverkehr oder Übersetzungen ins Englische muss wohlüberlegt sein, ob man amerikanisches oder lieber britisches Englisch verwenden möchte. Kanzleien und Firmen müssen sich dabei die Frage stellen, wer Ihre Zielkultur eigentlich ist. Möchte man locker rüberkommen oder doch stets seriös wirken? Es ist allerdings nicht zu unterschätzen, dass man heute noch mit britischem Englisch Klasse und Prestige assoziiert. Wenn also das Zielpublikum überwiegend aus Europäern oder Commonwealth Ländern besteht, wäre es vielleicht sinnvoll britisches Englisch den Vorzug zu geben. Einmal entschieden, ist ein konsistenter Schreibstil für eine Kanzlei oder Firma unerlässlich. Konsistenz ist der Schlüssel zur klaren Kommunikation mit der Zielgruppe. Denn eine konsistente Sprache weckt Vertrauen. Fehler und Peinlichkeiten lassen sich hierdurch vermeiden. Ein Text muss nämlich in der jeweils gewählten Sprachvariante funktionieren und nicht durch untypische Schreibweisen und Formulierungen negativ auffallen.

 

Die wohl augenfälligsten Unterschiede der Sprachvarianten sind neben der Aussprache auch die oft unterschätzte Rechtschreibung. So fehlt beispielsweise im amerikanischen Englisch häufig das "u" bei Wörtern, die mit "-our" enden (z. B. BE=harbour/AE=harbor oder BE=labour/AE=labor). Im amerikanischen Englisch wird das "s" in Wörtern, die auf "-sation" enden, zu einem "z" (z. B. BE=organisation/AE=organization oder BE=localisation/AE=localization). Bei einigen Wörtern mit der Endung "-er" verschiebt sich sogar die Buchstabenfolge (z. B. BE=metre/AE=meter oder BE=theatre/AE=theater).

 

Allerdings einer der größten Stolperfallen, welcher zu Missverständnissen führen oder gar verheerende Auswirkungen haben kann, ist die Schreibweise des Datums. Im amerikanischen Englisch wird üblicherweise der Monat an erster Stelle genannt und erst danach der Tag des entsprechenden Monats. Im britischen Englisch wird das Datum hingegen genau wie in Deutschland geschrieben.

 

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie oder ob man überhaupt das §-Zeichen, akademische Abschlüsse oder Berufstitel wie Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin übersetzen sollte.

 

Des Weiteren sollte auch firmenintern geklärt werden, wie man legalese (Juristenenglisch) möglichst vermeidet. In 90 % der Fälle wird shall inkorrekt benutzt. Oft wird verkannt, dass agreement (Vereinbarung) und contract (Vertrag) nicht beliebig austauschbar sind. Zunehmend wird im englischsprachigen Raum auf eine geschlechtsneutrale Sprache geachtet. In Verträgen, die Personen betreffen, wird auf die Klausel, 'Die männliche Form gilt für beide Geschlechter', verzichtet, sondern die Personen werden entsprechend dem Geschlecht direkt angesprochen.

 

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